Garteninformationen


Der Frühlingsbeginn und gesunde Pflanzen


von Christoph Papula

Der phänologische Kalender
= Jahresablauf periodisch wiederkehrender Entwicklungserscheinungen in der Natur.

Der Umgang mit Lebewesen erfordert Rücksichtnahme auf deren Entwicklung. Es ist daher sinnvoll, die Natur zu beobachten und als zeitliche Orientierung die natürlichen Jahreszeiten zu kennen.

Die Eintrittswochen sind aufgrund der Klimafaktoren jährlich etwas unterschiedlich. Anzuraten ist es, den phänologischen Kalender mit eigenen Aufzeichnungen zu ergänzen.

Die Befruchtung bei Samenpflanzen

Der Frühling ist die Zeit der generativen Vermehrung.

Die weiblichen Fortpflanzungsorgane sind Narbe, Griffel und Fruchtknoten.

Die männlichen Fortpflanzungsorgane sind die Staubblätter mit den ansitzenden Pollenkörnern = Blütenstaub.

Befruchtung nacktsamiger Samenpflanzen
Eizellen frei (nackt) liegend, nicht in einem Fruchtknoten eingeschlossen.
 Koniferen, Eiben, Ginkgo, Palmfarne

Befruchtung bedecktsamiger Samenpflanzen
Eizellen in einem Fruchtknoten eingeschlossen.
Alle im Obstbau relevanten Pflanzen gehören zu dieser Gruppe.
Maximale Dauer zwischen Bestäubung und Befruchtung:
 Apfel 7 Tage, Kirschen 4 Tage, Formenkreis der Pflaumen 7 Tage

Verteilung der Geschlechter in der Blüte
 Zwittrige Blüte: Normalfall, die vollständige Blüte enthält männliche und weibliche Fortpflanzungsorgane.
 Eingeschlechtliche Blüte: Birke, Weide, Walnuss, Haselnuss, Mais, Kürbis

Verteilung der Geschlechter auf der Pflanze, Häusigkeit
 Einhäusige Pflanze: Beide Blütenteile sind getrennt voneinander auf ein und demselben Pflanzenexemplar vorhanden. Walnuss, Haselnuss, Edelkastanie, Birke, Lärche, Fichte, Eiche
 Zweihäusige Pflanze: Entweder ausschließlich männliche oder ausschließlich weibliche Blütenteile sind auf ein und demselben Pflanzenexemplar vorhanden. Kiwi, Sanddorn, Pappel, Hopfen, Weidengewächse und die Nacktsamer Eibe und Ginkgo.
Befruchtungsbiologische Verhältnisse
Der Pollen selbstfertiler (selbstfruchtbarer) Sorten ist dazu fähig, die eigenen Eizellen zu befruchten. Marille, Nektarine, Holler, Quitte, Pfirsich, Wein, Walnuss, auch manche Weichsel und die meisten im Formenkreis der Pflaumen und das Beerenobst.

Der Pollen selbststeriler (selbstunfruchtbarer) Sorten ist nicht dazu fähig, die eigenen Eizellen zu befruchten = Fremdbestäubung unerlässlich. Apfel, Birne, Süßkirschen, auch manche Weichsel und wenige im Formenkreis der Pflaumen.

Intersterilität, Kreuzungsunverträglichkeit: Der Pollen einer Sorte ist nicht dazu fähig, die Eizellen einer eng verwandten Sorte zu befruchten. Speziell bei Apfel, Birne und Süßkirsche.

Antherensterilität: Pflanze ohne Pollen.
 Bewusste Züchtung bei Zierpflanzen für vollständige Blütenfüllung.
 CMS-Hybriden: Artfremde männliche sterile Zellen werden mit der zu züchtenden Pflanze gentechnisch verschmolzen. Als Folge entsteht unfruchtbares Saatgut, welches einen Nachbau unmöglich macht.

Pollensterilität: Der Pollen ist trotz guter Ausbildung nicht oder fast nicht keimfähig.

Parthenokarpie, Jungfernfrüchtigkeit; Aus der Blüte erfolgt eine Fruchtentwicklung, obwohl zuvor keine Befruchtung stattgefunden hat. Ziele sind kernlose Früchte oder die Ausbreitung transgener Pflanzen zu unterbinden. Conference-Birne, Gellerts Butterbirne, Tafeltrauben, Mandarinen, Orangen, Ananas, Tomaten, Zucchini, Gurken und Melanzani (Auberginen)

Polyploidie: Gewöhnlich weisen Apfel- und Birnensorten einen diploiden (2-fachen, 2 x 17 = 34) Chromosomensatz auf. Einige haben jedoch einen triploiden (3-fachen, 3 x 17 = 51) Chromosomensatz. Er ist ungerade und daher bei der Zellteilung nicht mehr durch zwei teilbar - ihr Pollen ist nicht befruchtungsfähig.

Ursachen für mangelnde Befruchtung
 Abstand von selbststerilen Pflanzen über 25 m
 Bienen fehlen
 Erfrorene Blüten durch Kälteeinbruch bzw. Nachtfrost
 Pollenschlauchkeimung ist infolge niedriger Temperatur zu langsam
 Selbststerile Sorten mit ungeeignetem Befruchtungspartner
 Selbststerile Sorten und geeigneter Befruchtungspartner blühen nicht gleichzeitig

Die Bienen und ihre Probleme

Die Biene ist wichtig, da die Bestäubung eine Voraussetzung zur Befruchtung ist.
Die Honigbiene ist blütenstet = Bienen bleiben bei einer Pflanzenart, dadurch optimales Bestäubungsergebnis.
Imker beklagen die plötzliche und unerklärlich hohe Sterberate ihrer Bienenvölker.

Problemhauptursache ist die Varroa

Ein großes Problem ist das Unvermögen vieler Imkers, die Varroa zu beherrschen
Das persönliche Wissen, Wollen und Können des Imkers entscheidet über den Zustand seiner Bienenvölker.

Auch ein Problem sind die Pflanzenschutzmittel
Das Halten von Bienenvölkern in intensiv bewirtschafteten Gegenden ist aufgrund mangelnden oder ungeeigneten Trachtangebots nicht möglich. Dies wird von vielen Imkern nicht akzeptiert.

Die Bodenfruchtbarkeit

Der Boden soll sonnig, offen und luftig liegen und weder extrem trocken noch extrem feucht sein.
Wesentlich ist, dass bei jeder Maßnahme die Bodenfruchtbarkeit gefördert wird.

Kunstdünger ist Gift für die Bodenfruchtbarkeit!!!

Der Grasmulch bleibt grundsätzlich im Garten liegen und erhält so gemeinsam mit den Bodenlebewesen den Humushaushalt.

Sollte zusätzlicher Dünger erforderlich sein, fällt die Wahl nur auf natürliche, langsam wirkende, nicht wasserlösliche, mineralische oder organische Düngemittel, z.B. Biofert (aber nicht für Moorbeetpflanzen verwenden), Preis für 25 kg ca. €15,00).

Gemüsebau im Frühling

Nur wenn die Erde an den Schuhen nicht klebt!
Sehr frühe Kulturen mit Vlies abdecken, auch schwarze Mulchfolie anwenden.
Frühsorten sind nicht lagerfähig!
Biofert ist ein empfehlenswerter Biodünger.

Der Obstgarten

 Im Vorfrühling biologischen Dünger streuen.
 Im Vorfrühling ist die ideale Zeit um Steinobst zu pflanzen.
 Pfirsich- und Nektarinenschnitt, wenn die Blüten im Ballonstadium sind.
 Wer es für erforderlich erachtet, kann in die abgehende Blüte eine Nachblütespritzung mit Pflanzenschutzmitteln gegen Pilze (Schorf, Echter Mehltau, Monilia, Pfirsichkräuselkrankheit) und tierische Schädlinge (Blattläuse, Wickler) durchführen. Zwei bis drei Wochen später Spritzung wiederholen.
 Offensichtlicher Überertrag wird gleich nach dem Nachblütefruchtfall ausgedünnt. Das Entfernen von mangelhaften Früchten wird bis kurz vor der Ernte durchgeführt.
 Wenn die Triebzuwächse 20 bis 25 cm erreicht haben, werden sie gegebenenfalls formiert.

Rosenpflege, Blumen und Blütenstauden

Im Vorfrühling die Rosen abhäufeln und schneiden, danach ist kräftig zu düngen und zu wässern. Wer es für erforderlich erachtet, kann eine Spritzung mit Mitteln gegen Pilze und Läuse durchführen.
Im Staudengarten ist der Winterschutz zu entfernen.

Gehölze

Der Buddleja ist kräftig zurückzuschneiden.
Die Buchsbäume haben keine Überlebenschance mehr.

Pflanzenschutz

Zusammenfassung der derzeit gültigen Bestimmungen:

Einkauf von Pflanzenschutzmittel
 Ohne Sachkundenachweis erhältlich sind nur Pflanzenschutzmittel für den Haushaltsbereich und den Siedlergarten.
 Mit Sachkundenachweis erhältlich sind weitere spezielle Pflanzenschutzmittel.

Verwendung von Pflanzenschutzmittel
 Entsprechend dem OÖ Bodenschutzgesetz § 17 dürfen Pflanzenschutzmittel, außer bei der Verwendung geringer Mengen im Haushaltsbereich, nur von sachkundigen Personen (mit Sachkundeausweis) verwendet werden.


Ihr Garten im Juli -- Die Blütenpracht bewahren


Im Sommer leidet der Garten unter der Hitze und braucht neben viel Wasser auch Pflege. Welche Aufgaben Hobbygärtner im Hochsommer haben.
Zwar blüht und grünt der Garten im Juli in voller Pracht, aber das kann auch schnell vorbei sein. Die sengende Sonne verbrennt den Rasen, lässt die Blätter an den Stauden vertrocknen, und Insekten fressen sich am Gemüsebeet satt. Daher ist die Hauptaufgabe des Hobbygärtners im Monat Juli: bewahren und erhalten.
Topfpflanzen morgens und abends gießen
«Sie müssen jetzt auf Ihre Pflanzen aufpassen», sagt Isabelle Van Groeningen von der Königlichen Gartenakademie in Berlin-Dahlem. «Wenn es heiß ist, wird regelmäßig gegossen. Besonders kleine Töpfe brauchen sogar zweimal am Tag Wasser.» Und wenn eine Pflanze im Topf es dem Hobbygärtner einmal übelnimmt, dass er sie vergessen hat, und die Blätter richtig schlapp hängen lässt? «Den Wurzelballen in einen Eimer Wasser tauchen, bis keine Luftblasen mehr hochkommen», rät die Gartengelehrte. Danach bekommt die Pflanze eine Zeit lang einen Platz im Schatten. «Und dann hoffen, dass sie sich erholt.» Falls nicht, kann es helfen, sie zurückzuschneiden. «Letztlich kostet der Versuch ja nichts, sie ist sonst eh kaputt.»
Pflanzen und Rasen düngen und gießen
Die Pflanzen, die blühen und Früchte hervorbringen, können jetzt etwas Nährstoffe vertragen, gerade jene im Topf. «Die Blumenerde im Gefäß kann nach einiger Zeit nichts mehr abgeben», sagt die Expertin. Auch dem Rasen tut etwas Dünger gut. Meistens bekommt er im Frühjahr einen Langzeitdünger, der aber nun auch seine Wirkung verliert. «Wichtig ist, nur zu düngen, wenn es danach regnet. Sonst muss man gut gießen.»
Blattläuse abspritzen
Ein Problem sind nun auch Schädlinge. Hobbygärtner sollten ihre Pflanzen im Auge behalten- und reagieren. Bei Blattläusen mache es schon Sinn, sie einfach nur von den Trieben abzuwischen oder mit dem Gartenschlauch abzuspritzen.
Im Juli keine neuen Pflanzen setzen
Wer plant, Neues zu setzen, sollte das nicht in dem meistens sehr warmen Monat Juli machen. «Es ist zu großer Stress für die Pflanzen, wenn sie bei 35 Grad in die Erde kommen.» Außerdem wären sie- unabhängig von der Hitze- nach dem Setzen eh schon wasserbedürftig. Daher empfiehlt Van Groeningen, wirklich nur in dringenden Fällen zu pflanzen- etwa um Lücken zu füllen.
Lilien teilen
Dafür lassen sich aber Taglilien und Schwertlilien nach ihrer Blüte im Juli teilen. Danach müssen sie gut gegossen werden. Verblühte Rosen können ausgeputzt und zurückgeschnitten werden- es sei denn, man will im Herbst Hagebutten erhalten.
Gemüse regelmäßig ernten
Eine wichtige Aufgabe des Hobbygärtners mit Gemüsebeet ist die Ernte. Und zwar die regelmäßige Ernte. Aktuell sprießen die Früchte nur so- und daher sollten selbst Schrebergärtner oder Stadtgärtner mit Beet in einem Gemeinschaftsgarten alle paar Tage zur ihrer Parzelle fahren und ernten. «Es gibt nichts Schlimmeres, als wenn einem die ganze Mühe der letzten Monate über den Kopf wächst», findet Van Groeningen. Schießt Salat etwa auf und fängt zu blühen an, werden seine Blätter sehr herb. Bohnen, die überreif sind, werden fasrig. Andererseits gibt es Gemüsepflanzen, die die Expertin sogar gerne mal stehen und zur Blüte kommen lässt. «Möhren bekommen weiße Schirmblüten.» Auch der Lauch zeige dekorative Blüten.
Duftnessel ist auch noch im Winter eine Zierde
Die Pflanze des Monats ist für Isabelle Van Groeningen die Duftnessel (Agastache rugosa). «Es ist eine herrliche Staude, die zwar nicht sehr lange lebt, dafür aber schon ab der ersten Saison im Beet eine von Insekten stark begehrte Pracht ist und lange blüht.» Sie etabliere sich besonders schnell und blühe direkt. «Die Rispen vertrocknen nach der Blüte und zieren so auch im Winter noch den Garten.»
Die Staude bleibt nur zwei bis drei Jahre im Garten. «Aber ich finde, das ist in Ordnung, da sie so prächtig blüht», findet die Gartendozentin. «Ich kann nicht erwarten, dass eine Staude Jahr um Jahr stark blüht, und das jahrzehntelang. Die Lieblingssorte der Expertin ist 'Black Adder', die dunkelblaue Kolben entwickelt.


Ihr Garten im März

Die meisten Gartenpflanzen erwachen aus ihrem Winterschlaf. Frühlingsblumen, wie bspw. Krokusse und später auch Narzissen fangen an zu blühen, die ersten Aussaaten erfolgt in die Frühbeete und die Tage werden wieder länger und spürbar wärmer. Kurzum die Gartensaison beginnt und es gibt wieder viel zu tun. Also packen wir es an.
Damit die Pflanzen, nach dem langen Winterschlaf, wieder richtig loslegen und wachsen können, benötigen sie einiges an Nährstoffen. Der Frühling bietet sich daher an, den Nährstoffgehalt des Bodens, wieder aufzubauen: Richtig düngen im Frühling. ( siehe unten)
Falls nicht schon im Februar getan, sollten Sie dieRosen zurückschneiden. Dazu wählen Sie am besten einen sonnigen und frostfreien Tag.
Langsam beginnt die Wachstumszeit der Kräuter. Einige der Kräuter werden jetzt schon im Frühbeet oder auf der Fensterbank vorgezogen. Einfacher geht es mit Schnittlauch. Vorausgesetzt Sie haben schon Schnittlauch in Ihrem Garten, können Sie diesen auf einfache Art und Weise vermehren. Bevor der Schnittlauch seine typischen langen Blätter bildet, sollten Sie Ihn vorsichtig ausgraben, teilen und wieder genauso tief einpflanzen. Durch diese Maßnahme hat der Schnittlauch wieder mehr Platz, sich zu entfalten und wachsen.
Auch die Erdbeeren benötigen besondere Beachtung und Pflege im März. Die kalten Tage haben ihre Spuren hinterlassen. Entfernen Sie alte Blüten- und Fruchtreste und vertrocknete Blätter, damit die Pflanzen gestärkt in die neue Gartensaison starten können.
Ende März kann der Rhododendron zum ersten Mal in diesem Gartenjahr gedüngt werden.

Aussaaten und Pflanzungen im März

Im März werden nur wenige Pflanzen direkt ins Freiland gesetzt oder gesät. Die meisten Nutzpflanzen werden auf der Fensterbank oder im Gewächshaus erst vorgezogen, bevor sie im April oder nach den Eisheiligen im Mai ins Freiland gesetzt werden. Alternativ zum Vorziehen können die meisten Pflanzen auch als Setzlinge im Gartenfachhandel, in Pflanzen- und Baumschulen oder auch auf Wochenmärkten erworben werden. Günstiger ist es aber meist, die gewünschten Setzlinge selbst auf der Fensterbank zu ziehen.
 Bereits Anfang März sollte man mit dem Vorziehen von Knollensellerie und auch Schnittsellerie beginnen. Wichtig ist, dass die Selleriepflanzen bei mind. 16° C gezogen werden.
 Damit man rechtzeitig Brokkoli-Setzlinge hat, die man im Mai ins Freiland umsetzt, sollte man bereits im März mit dem Vorziehen von Brokkoli anfangen. Auch Blumenkohl und Wirsing wird jetzt schon vorgezogen.
 Wenn nicht bereits im Februar erledigt, können auch im März noch Dicke Bohnen oder Puffbohnen ins Freiland gesetzt werden.
 Bis Mitte März: Brokkoli auf der Fensterbank oder im Frühbett oder Gewächshaus vorziehen
 Manche Weißkohlsorten vertragen bereits jetzt eine Aussaat ins Freiland.
 Ab Mitte März: Tomaten und Erbsen.
 Karotten (Frühe- und Sommersorten) und Gartenkresse.
 Kopfsalat, evtl. geschützt mit Gartenvlies.
 Im Frühbeet kann man bereits Schnittsalat säen.
 Schnittlauch, Petersilie, Koriander, Liebstöckel und Bohnenkraut ins Freiland. Zum schnelleren keimen mit einem Vlies abdecken.
 Steckzwiebeln können bereits direkt ins Freiland gesetzt werden, ab Ende März können dann selbst gesäte und vorgezogene Zwiebeln ins Freiland umgesetzt werden. Auch Schalotten können Ende des Monats direkt ins Freiland gesetzt werden.
 Jetzt ist der ideale Zeitpunkt, um Melisse, Thymian, Majoran, Estragon und Basilikumvorzuziehen oder Kerbel im Freiland zu säen.
 Radis oder Radischen kann bei wärmeren Temperaturen schon direkt ins Freiland gesetzt werden.
 Ab Mitte des Monats können auch Speiserüben ausgesät werden.
 Im Gewächshaus vorgezogener Porree kann nun ins Beet gesetzt werden.
 Spinat kann ebenfalls bereits ins Freiland gesetzt werden. Allerdings sollte man die Spinat-Aussaat noch vor Frost mit einem Gartenvlies schützen.
 Von März bis April können Wurzelpetersilie und auch Schwarzwurzeln gesät werden. Auch Kren kann nun gepflanzt werden

Düngen im Frühling

Damit ein Garten im Frühjahr, wenn das Gartenjahr erwacht, wieder zur blühenden Zierde wird, brauchen die Pflanzen außer Wasser und Licht natürlich auch Nährstoffe. Hauptsächlich sind das Stickstoff, Kalium, Phosphor, Magnesium, Kalzium und Schwefel. Darüber hinaus auch noch Spurenelemente wie Zink oder Eisen.

Richtiges und gut dosiertes Düngen, steigert die Erträge bei der Ernte oder sorgt für mehr Blüten.
Diese Nährstoffe nehmen sie normalerweise über den Boden auf. Da ein Garten eine Kulturlandschaft ist, vom Menschen geschaffen, muss ein Teil der Nährstoffe meist zugeführt werden. Die beste Zeit dazu ist im Frühjahr, denn im Spätherbst und Winter hat man selbstverständlich mit dem Düngen aufgehört, um der normalen Winterruhe der Pflanzen Rechnung zu tragen. Wenn die Tage wieder länger werden und die ersten Sonnenstrahlen den Boden erwärmen, wird es jedoch Zeit für einen neuen „Nährstoffkick“zum Start in das Pflanzenjahr.
Düngen selbst kann man auf unterschiedliche Arten. Zum einen kann man organisch düngen. Das empfiehlt sich für Biogärten, bei denen man möglichst wenig in den natürlichen Ablauf eingreifen möchte. Organischer Dünger besteht aus organischen Stoffen, also Pflanzenschnitt, Gemüse- und Obstabfällen oder Stallmist.
Unterschiedliche Dümgersorten
Solchen organischen Dünger kann man sehr leicht mithilfe eines Komposthaufens herstellen. Dazu baut man sich entweder selbst ein Kompostgitter aus ineinander gesteckten Holzbrettern, oder man ersteht im Bau- oder Gartenmarkt einen handelsüblichen Komposter, zum Beispiel aus Plastik. Auf dem Komposthaufen kann man das ganze Jahr über organischen Abfall einlagern. Wichtig ist, dass man den Kompost sinnvoll schichtet, also sehr wasserhaltige Abfälle mit trockeneren Abfällen schichtweise überdeckt. Grasschnitt eignet sich übrigens nicht für den Kompost, es ist zu feucht und schimmelt leicht. Der Kompost sollte ab und an mit einem Rechen aufgelockert werden. Im Laufe der Zeit zersetzen sich die organischen Abfälle und Humus entsteht.
Humus ist ein hochwirksamer organischer Dünger, der im Frühjahr gut in die Erde eingebracht werden kann, wenn man nach der Winterzeit die hartgewordene Scholle durch Umgraben wieder aufbricht. Kleinste Lebewesen im organischen Dünger „bearbeiten“ die Erde weiter, so dass Nährstoffe entstehen, die die Pflanzen dann aufnehmen können.
Ein guter Flüssigdünger auf organischer Basis ist Jauche. Sie wird aus verrottetem Mist und Wasser hergestellt und kann direkt auf die Pflanzenbasis gegossen werden. Allerdings ist die Verwendung von Jauche nur in ländlichen Gegenden zu empfehlen. Bei enger Nachbarschaft ist der Geruch äußerst störend.
Wer das Düngen im Frühjahr einfacher und ohne viel Vorarbeit haben möchte, kann auf mineralischen Dünger ausweichen. Dieser wird chemisch hergestellt und entweder als Flüssigdünger, in Pulver-, Körner- oder Stäbchenform verkauft. Mineralischer Dünger hat den Vorteil, dass die Dosierung auf der Packung vermerkt ist. Besonders für Gartenanfänger ist mineralischer Dünger daher die einfachere Wahl.
Normalerweise muss man im Frühling, Sommer und frühen Herbst regelmäßig düngen. Es gibt jedoch auch so genannte Langzeitdünger. Dabei handelt es sich um mineralischen Dünger, meist in Stäbchen- oder Rhombenform gepresst. Diese „Düngersticks“ werden in die Erde gesteckt. Dort geben sie ihre Nährstoffe zeitversetzt über die ganze Wachstumszeit ab.
Wichtig bei der Düngung ist die richtige Menge. Pflanzen kann man nämlich auch „überdüngen“, was dazu führen kann, dass sie kränklich werden oder sogar eingehen. Eine gute Bodenanalyse vor dem Düngen ist hier hilfreich. Denn nur, wer weiß, welche Nährstoffe sich in seinem Gartenboden befinden, kann entscheiden, welche Nährstoffe er noch zusetzen muss.
Lehmböden zum Beispiel sind sehr nährstoffreich und brauchen weniger Dünger, Kalkböden sind extrem nährstoffarm und müssen angereichert werden. Sandige Böden wirken wie eine natürliche Drainage, sie speichern wenig Wasser und müssen daher mit Erde anderer Bodenbeschaffenheit, zum Beispiel Lehmerde, aufgebessert werden.

pH-Wert des Bodens beachten

Wenn Pflanzen trotz guter Pflege mit ausreichend Wasser, Licht und Dünger nicht wachsen wollen, sind die Pflanzen womöglich für die Bodenbeschaffenheit nicht geeignet. Dabei spielt auch der pH-Wert des Bodens eine große Rolle.
Bei einem pH-Wert bis 7 spricht man von einem sauren Boden, bei einem pH-Wert über 7 von einem alkalischen Boden. Rhododendren zum Beispiel lieben sauren Boden, sie werden auf alkalischem Boden nur zufriedenstellend wachsen und blühen. Senkt man den pH-Wert, blüht der Rhododendron wieder prächtiger. Den pH-Wert kann man zum Beispiel senken, indem man dem Boden Torf beimischt. Einfacher und schneller erfolgversprechender ist es jedoch, den pH-Wert und die Bodenbeschaffenheit zu bestimmen und die Pflanzen auf diese Kriterien abzustimmen, als andersrum.


Ihr Garten im Winter

Ziergarten

Im Winter werden übrigens auch viele Gehölze im Garten geschnitten, damit diese nach dem Winter gleich durchstarten können und den Garten mit üppigen Blüten verzaubern. Das gilt allerdings nur für sommerblühenden Gehölze, die an den Neuaustrieben nach dem Winter blühen. Wenn Sie im Frühjahr blühende Sträucher im Winter schneiden, würden sie damit die Blütenknospen entfernen!

Schmuck für den Garten:

Zaubernüsse (Hamamelis) blühen mitten im Winter.
Im Garten hängende Nistkästen sollten Sie im Winter nicht öffnen, denn viele nützliche Kleintiere wie Insekten verbringen den Winter in Vogelnistkästen. Für die Reinigung ist direkt nach dem Winter unmittelbar vor der Brutzeit im Garten der beste Zeitpunkt.

Nutzgarten

Schneiden Sie im Winter Ihre Stachelbeeren im Garten zurück. Denn die Erreger des Amerikanischen Stachelbeermehltaus verbringen den Winter in den Triebspitzen. Wenn Sie Pilzkrankheit schon im vergangenen Jahr im Garten hatten, kürzen Sie jetzt alle Triebe um etwa 10 cm ein. Auch Kompost können Sie an warmen Tagen im späten Winter schon im Garten verteilen.

Wer Kohl im Garten hat, kann ihn auch im Winter genießen. Bei Frost sollten die Köpfe und Blätter vom Grünkohl allerdings noch im Garten bleiben!
Der Garten bietet im Winter nicht nur Arbeit, sondern auch Genuss: Wintergemüse. Die im Winter gefrorenen Kohlköpfe sind druckempfindlich. Wer also im Kohl im Garten hat, sollte ihn nur im aufgetauten Zustand ernten. Rosenkohl kann bis Ende Januar im Garten bleiben. Er schützt im Winter mit seinen großen Blättern die Röschen vor zu viel Frost.

Unter Glas

Im späten Winter können Sie im frostfreien Gewächshaus schon Gemüse säen – und ernten, wenn der Garten noch verschneit ist. Das geht mit allen Arten, die mit wenig Licht auskommen, z.B. die Gartenkresse oder Schnittsalat. Beide brauchen im Winter bis zur Ernte 6-7 Wochen. Treibsorten von Radieschen wie ‘Foxyred’ oder ‘Juwasprint’ entwickeln im Winter nach 8-9 Wochen knackige Knollen, egal wie das Wetter im Garten ist.


Gartenarbeiten im April

April, April der macht was er will. Dieser Spruch beschreibt recht gut, das Dilemma in dem sich Hobbygärtner im April befinden. Zum einen gibt es schon viele sehr schöne sonnige Tage, an denen sich zahlreiche Gartenarbeiten erledigen lassen, zum anderen kann es recht schnell noch mal sehr kühl und frostig werden. Auch das typisch wechselhafte Wetter im April mit Regen, Wind, Sonne und teilweise Schnee kann dem ambitionierten Gärtner einen Strich durch die Rechnung machen. Dabei gibt es doch so viel zu tun im Garten, denn bis zur Hauptsaison sind es nur noch ein paar Wochen.

Viele Gartenarbeiten im April sind Wetterabhängig

Ausgedehnte Wärmeperioden sind im April keine Seltenheit mehr. Teilweise scheint die Sonne viele Tage hintereinander. Beachten Sie, dass bei längeren Trockenperioden junge Pflanzen und vor allem Kübelpflanzen schnell auf dem Trockenen sitzen. Kontrollieren Sie deshalb regelmäßig die Bodenfeuchte und gießen Sie bei Bedarf. Sollte es dann doch noch mal wieder kälter werden so das Frostgefahr besteht, schützen Sie Ihre Aussaat und junge Pflanzen mit einem Vlies gegen erfrieren.
Blütenreste entfernen
Bei verwelkten Zwiebelblumen, wie zum Beispiel: Narzissen oder Tulpen, sollten Sie jetzt, die Blütenreste abschneiden. Andernfalls bilden die Pflanzen Samenstände, was der Zwiebel Kraft entzieht und die Blüte im nächsten verhindern kann.
Beerensträucher und Erdbeerpflanzen
Wenn Sie im Herbst keine Beerensträucher, wie z.B. Himbeeren, Heidelbeeren oder Rote Johannisbeeren setzen konnten, haben Sie jetzt nochmals die Chance dies nachzuholen. Die Ernte wird dafür allerdings nicht so ertragreich ausfallen. Im nächsten Jahr ernten Sie dann den vollen Ertrag. Wenn Sie Erdbeeren in Ihrem Garten pflanzen wollen, dies aber noch nicht getan haben, wird es jetzt höchste Zeit. Besorgen Sie sich kräftige Erdbeerpflanzen im Fachhandel oder auf dem Wochenmarkt.

Beetvorbereitungen

Bevor die ersten Pflanzen in den Garten gesetzt oder gesät werden, müssen die Beete entsprechend vorbereitet werden. Zuerst sollten alle Un- und Wildkräuter vollständig entfernt werden. Danach folgt eine Bodenauflockerung mit der Hacke. Zur Bodenaufbereitung kann gut verrotteter Kompost zugegeben werden. Grober, nicht vollständig verrotteter Kompost würde Gerbstoffe abgeben, die das Wachstum junger Keime und Pflanzen verlangsamen oder sogar verhindern können. Weiterer Dünger sollte nur eingesetzt werden, wenn dies von den zu pflanzenden Pflanzen gefordert wird. Zuviel Dünger in der Anpflanzphase kann kontraproduktiv wirken. Beachten Sie die Anleitung des Saatguts oder den Pflegehinweis der zu setzenden Pflanzen.
Stauden vermehren und pflanzen
April ist die ideale Pflanzzeit für Stauden wie z.B. den Rhododendron oder Hyazinthen. Bevor Sie die Stauden in das vorbereitete Beet pflanzen, stellen Sie Stauden mit dem Wurzelballen etwa 10-15 Minuten in Wasser. Nach der Wässerung, wird die Staude so eingepflanzt, dass der Wurzelballen mit der Erdoberfläche abschießt. Ideal ist eine Zugabe von Kompost und Hornspänen. Ältere Stauden können im April geteilt werden. Eine Teilung fördert das Wachstum und dient der Vermehrung von Stauden. Die gewonnenen Teile werden separat wieder eingepflanzt.

Rückschnitt von Pflanzen

Um die Verzweigung und das Wachstum von jungen Buchsbaum oder Buchs zu fördern und anzuregen sollte im März oder im April ein kräftiger Rückschnitt erfolgen. Die beim Rückschnitt anfallenden Äste eignen sich ideal zur Vermehren von Buchsbaum. Lavendel sowie Salbei vertragen jetzt einen ordentlichen Rückschnitt auf gut die Hälfte der jetzigen Größe. Bis Mitte April sollten Sie Ihre Rosen zurückschneiden, falls nicht schon erledigt. Die abgeschnittenen Reste gehören auf den Kompost. Die dickeren Teile des Rosenschnitts, sollten Sie mit einer Gartenschere verkleinern, bevor sie auf den Kompost kommen. Im Frühling blühende Stauden sollten Sie nach der Blüte zurückschneiden.

Erste Ernte: Rhabarber und Spargel

Rhabarber ist eine der ersten Pflanzen im Gartenjahr, die sie ernten können. Die Erntezeit erstreckt sich von April bis Juni. Viele ambitionierte Gärtner schneiden bei der Ernte die Rhabarberstiele einfach an den Enden ab. Dadurch riskieren sie, dass die Schnittstellen faulen und so die Wurzel schädigen. Die richtige Methode zur Ernte von Rhabarber ist das Herausdrehen aus dem Wurzelstock. Tipp: Rhabarberblätter gehören auf den Kompost oder können zum Abdecken von Flächen verwendet werden, die erst in einigen Wochen bepflanzt werden. Dadurch wird das Wachstum von Unkräutern verlangsamt. Die Blätter verschwinden (Verrottung) nach einiger Zeit und geben dem Boden wichtige Nährstoffe zurück.
Der April ist auch der Monat, der die Spargelzeit einleitet. Ähnlich wie der Rhabarber kann dieses vielseitige Gemüse bis zum 24. Juni geerntet werden.

Kompost umsetzen im Frühling

Im Frühling ist die Zeit gekommen, den Kompost umzusetzen. Das Umsetzen fördert die gleichmäßige und schnelle Verrottung. Beim Kompost umsetzen wird der untere Teil nach oben und das innere nach außen umgeschichtet.

Pflanzen aus Samen vorziehen

Allgemeines zum Anziehen aus Samen auf der Fensterbank oder im Gewächshaus und dem Kauf von Samen.
Wer frühzeitig in den Genuss frischer Kräuter kommen will, kann bereits viele Sorten seit März vorziehen. Wenn noch nicht getan, sollte man im April mit dem Vorziehen diverser Kräuter wie bspw. Melisse, Estragon, Thymian, Majoran und Basilikum beginnen.
Bereits jetzt kann Rotkohl, Chinakohl und Blumenkohl in Töpfen auf der Fensterbank vorgezogen werden. Nach dem letzten Frost, werden die Setzlinge dann im Mai ins Freiland umgesetzt. Manche Blumenkohlsorten können aber auch schon im April direkt ins Freiland gesät werden.
Ab Mitte des Monats kann man damit beginnen Fenchel auf der Fensterbank vorzuziehen. Die vorgezogenen Pflänzchen werden dann Mitte Juni ins Freiland gesetzt.
Ab Mitte April Zucchini vorsähen oder ab Mitte Mai direkt ins Freiland säen.
Je vier Buschbohnen und sechs Stangenbohnen in Töpfen an einem warmen Platz vorziehen. Durch das Vorziehen wird die Ernte der Bohnen um vier Wochen vorgezogen.
Ende April kann damit begonnen werden Gurken vorzuziehen.

Aussaaten und Pflanzungen im April

Ab Anfang April kann Dill im Garten gesät werden. Auch Bohnenkraut, Gartenkresse, Petersilie, Maggikraut, Beifuß, Koriander und Kerbel können schon gesät werden.
Paprika können, entsprechende Temperaturen vorausgesetzt, Ende des Monats ins Beet gepflanzt werden. Evtl. sollten Sie die Wärme liebenden Pflanzen mit einem Vlies, vor allzu kalten Nachttemperaturen schützen.
Nicht so verbreitet in Gärten ist Spargel. Wer dennoch eigenen Spargel ernten will, kann die Setzlinge bereits jetzt ins vorbereitete Spargelbeet setzen.
Ab Ende April können Sie schon Brokkoli im Freiland aussäen.
Aussaaten von Mohrrüben, egal ob frühe-, Sommer- oder späte Sorten, Schwarzwurzeln, Wurzelpetersilien, Rettich und ab Mitte April auch Frühkartoffeln.
Weißkohl und Wirsingkohl können bereits ins Beet gesät werden.
Speiserüben und Meerrettich können bereits seit März gesät werden.
Kopfsalat, Mangold, Pflücksalat, Lattich (Römischer Salat) und auch Spinat können im April bereits in Freiland gesät werden. Ggf. sollte man die Aussaaten vor Frost schützen.
Herbstporree (Herbstlauch) kann direkt ins Beet gesät werden.
Erbsen können direkt ins Freiland gesetzt werden. Evtl. mit Vlies abdecken, um das Saatgut vor Vögeln zu schützen.
Sonnenblumen können direkt an ihren Bestimmungsort im Garten, auf dem Balkon oder der Terrasse gesetzt werden.
Radieschen können Sie im Wochenrhythmus direkt ins Freiland setzten. Bei der wöchentlichen Aussaat haben Sie immer frischen Radis.
Schnittlauch kann jetzt noch direkt in den Garten gesät oder durch Teilung bestehender Schnittlauchpflanzen vermehrt werden.
Wenn nicht schon im Vormonat erledigt, sollten jetzt Steckzwiebeln und Schalotten gepflanzt und vorgezogene Zwiebeln ins Beet umgesetzt werden.
Artischocken, die dann nächstes Gartenjahr Früchte tragen, können im April direkt ins Freiland gesät werden. Dieses Jahr tragen nur Pflanzen, die bereits im Februar vorgezogen wurden.
Rosenkohl und einige Sorten von Blumenkohl und Brokkoli können bereits Ende des Monats ins Freiland gesät werden.
Bereits vorgezogene Auberginenpflanzen können Ende des Monats ins Freiland umgesetzt werden.

Routine-Gartenarbeiten im April

Ein- bis zweiwöchentliches mähen des Rasens. Maximal um ein Drittel kürzen und nicht kürzer als 4 cm schneiden.
Unkraut jäten.
Bei Trockenheit gießen.
Wenn nicht schon im März erledigt, sollten Sie jetzt Rhododendron düngen.


Was erwartet den Gartenbesitzer im Herbst?


Natürlich die Vorbereitung auf den Winter! Was zu tun ist, erläutern wir in diesem Gartentip, der natürlich weder individuell, noch vollständig sein kann. An die wichtigsten Arbeiten sollten Sie jedoch unbedingt denken!

Pflanzen und umpflanzen

Der Herbst hält moderate Temperaturen bereit und der Regen sorgt für ausreichend Feuchtigkeit. Deshalb ist der Herbst die beste Zeit um, Pflanzaktionen durchzuführen. Dann haben auch die Pflanzen ausreichend Zeit, sich an den neuen Boden und den neuen Standort zu gewöhnen, um im nächsten Frühjahr prächtig zu wachsen.

Zwiebeln setzen

Wenn Sie im nächsten Lenz möglichst früh hübsche Blümchen im Garten haben möchten, sollten Sie im Herbst Blumenzwiebeln setzen. Tulpen, Narzissen, Krokusse und so weiter sehen mächtig gut aus, wenn sie den eintönigen Frühlingsboden durchbrechen. Die meisten Zwiebeln werden übrigens etwa doppelt so tief in den Boden gesetzt, wie sie groß sind.

Stauden schneiden

Die mehrjährigen Stauden sollten im Herbst heruntergeschnitten werden, damit ihr Pflanzenmaterial nicht fault und schimmelt. Wann es für die jeweilige Staude so weit ist, erkennt man daran, ob sie gelb wird, sich die Stengel von alleine in Richtung Boden neigen oder die Pflanze gar schon von selbst anfängt zu vergammeln. Dann ist der Zeitpunkt gekommen, an dem sie ihre Säfte wieder zurück in die Wurzelzieht, und der oberirdische Rest kann abgeschnitten werden.

Hecken schneiden

Falls Sie Hecken haben, sollten diese noch mal geschnitten werden, allein um das Grün zu verringern, das bei einem Nässestau faulen könnte. Außerdem sieht's besser aus! Falls dies nicht nötig ist (was wetterbedingt durchaus vorkommen kann), sollten Sie aber unbedingt etwaiges Laub, das auf der Hecke liegt, entfernen. Dieses fault auch und nimmt der Hecke über Monate das nötige Licht, um gleichmäßig zu wachsen!

Rasen mähen

Ein letztes Mal wird der Rasen gemäht, wenn keinerlei darauf fallendes Laub mehr zu erwarten ist. Genau wie bei den Hecken, mag es der Rasen nicht, sich unter einer verrottenden Laubschicht im Dunkeln selbst zu kompostieren. Alles Laub muß entfernt werden, damit der Rasen nach mehreren Monaten Winterzeit wieder wachsen kann.

Gehölzschnitt

Büsche und Sträucher werden stark gekürzt. Das durchschnittliche Maß ist etwa ein Viertel ihrer Größe... doch Vorsicht !!! Dies ist nur eine sehr grobe Aussage!!! Einige drei Meter hohe Büsche kann man bedenkenlos auf Kniehöhe runtersäbeln, bei anderen sollte man es besser lassen... Auf jeden Fall zählen die Sträucher, die ihre Blütenansätze schon im Herbst entwickeln, zu denen, die man nur vorsichtig angehen sollte. Damit schneidet man nämlich die zukünftigen Blüten ab, und in welchem Maße man das tut entscheidet am besten ein geschultes Auge. Zu diesen Frühjahrsblühern gehört zum Beispiel die Weigelie, Deutzie Forsythie,Rhododendron usw.

Rosenschnitt im Herbst / Vorwinter

Der Rosenschnitt im Herbst folgt genau dem gleichen Prinzip, wie bei allen Pflanzen, die im Winter nicht faulen sollen. Durch einen beherzten Schnitt verringert man enorm das Risiko, daß sie sich in den feuchten Jahreszeiten irgendwelche Krankheiten einfangen. Der Frühjahrsschnitt ist aber der wichtigere! Der Rosenschnitt im "Herbst" ist aber auch nicht ganz richtig ausgedrückt. Lassen Sie Ihre Rosen blühen, solange es geht! Das kann je nach Wetterlage bis weit in den Dezember gehen. Sollte das Wetter oder der Frost bedingen, dass Blüten und Blätter anfangen zu faulen, wäre kurz vorher der richtige Zeitpunkt für den Schnitt gewesen .

Was fällt uns noch ein?

Falls nötig, Beete mit Reisig abdecken und frostempfindliche Pflanzen einpacken. Wasseranschlüsse abstellen, Hähne leerlaufen und offen lassen, Teichpumpen ausbauen. Topfpflanzen rein oder an einen geschützten Platz. Schneebruchgefährdete Pflanzen zusammenbinden. Dahlienknollen ausgraben und in einer luftigen Kiste im Keller lagern.


Buchsbaumzünsler erfolgreich bekämpfen


Der Buchsbaumzünsler richtet seit 2007 von der Schweiz bis zum Ruhrgebiet entlang des Rheins erhebliche Schäden an. Die Larven des Schmetterlings kommen in einigen Gebieten in solchen Massen vor, dass sie in kürzester Zeit große Buchsbaum-Bestände zerstören können. Die Bekämpfung ist zwar schwierig, aber nicht unmöglich.

Der Buchsbaumzünsler (Glyphodes perspectalis) ist in Ostasien (China, Japan, Korea) beheimatet und wurde wahrscheinlich mit Pflanzenimporten nach Mitteleuropa eingeschleppt. 2007 hat man ihn erstmals am südlichen Oberrhein entdeckt und seitdem breitet er sich vorwiegend entlang des Rheins nach Norden aus. Mittlerweile hat er sich auch in den Niederlanden, der Schweiz, Österreich, Frankreich und Großbritannien ausgebreitet.

Die rund acht Millimeter langen, jungen Raupen des Buchsbaumzünslers werden bis zur Verpuppung etwa fünf Zentimeter lang und besitzen einen grünen Leib mit hell-dunklen Rückenstreifen und schwarzem Kopf. Die delta-förmigen Schmetterlinge sind mit abgespreizten Flügeln gut 40 Millimeter breit und etwa 25 Millimeter lang. Sie tragen helle Flügel mit charakteristischem braunem Rand, es gibt aber auch eine braune Form mit weißen Punkten.

Der Falter selbst lebt nur wenige Tage und ist meist nicht auf dem Buchs zu finden, sondern sitzt auf anderen Pflanzen. Die Eiablage erfolgt in den Buchs. Dort überwintern die Buchsbaumzünsler-Raupen in Gespinsten meist im Innern des Buchsbaums und beginnen je nach Witterung ab Mitte März zu fressen. Sie durchlaufen bis zur Verpuppung mehrere Larvenstadien und leben als Schmetterlinge kaum zehn Tage, in denen sie dann ihre Eier ablegen. In Deutschland können bei günstigen Witterungsbedingungen pro Jahr bis zu vier Generationen von Buchsbaumzünslern auftreten, weshalb sich der Schädling innerhalb von wenigen Jahren rasant vermehrt hat. Man kann davon ausgehen, dass etwa alle zwei Monate eine neue Zünsler-Generation

Buchsbaumzünsler beschränken sich in Mitteleuropa auf Buchsbaum-Arten und deren Sorten. In ihrer ostasiatischen Heimat schädigen die Insekten darüber hinaus auch Euonymus- und Ilex-Arten. Die Schädlinge beginnen im Innern der Pflanzen zu fressen und werden oft erst entdeckt, wenn es schon fast zu spät ist. Während ihrer Entwicklung frisst eine Raupe etwa 45 Blätter. Nach den Blättern nagen die Zünsler auch die grüne Rinde der Triebe bis auf das Holz ab, weshalb die darüber befindlichen Triebteile komplett absterben. Anders als beim Triebsterben oder der Buchswelke bleiben die abgefressenen Blattrippen deutlich sichtbar stehen. Die befallenen Pflanzen sind mit Gespinsten überzogen und die Blätter bis auf die Mittelrippen abgefressen oder aufgrund der Rindenschäden eingetrocknet. Auch Kotkrümel auf den Blattresten sind zu sehen. Die Raupen können einen Buchsbaum bis zum kompletten Absterben schädigen.

Bekämpfung des Buchsbaumzünslers

Durch seine Stellung als Einwanderer, fehlen zurzeit in Deutschland natürliche Fressfeinde. Es wurde beobachtet, dass Vögel, die die Raupen gefressen hatten, sie gleich wieder auswürgten. Vermutlich liegt das an der Anreicherung der Raupe mit den giftigen pflanzlichen Abwehrstoffen ihrer Futterpflanze. Um in Ihrem Garten eine explosionsartige Vermehrung des Buchsbaumzünslers zu unterbinden, sollten Sie bereits die erste Raupengeneration im Frühling bekämpfen.
Den jungen Larven ist besonders schwierig beizukommen, da sie im Innern der Buchsbaumkronen fressen und durch Gespinste geschützt sind. Zunächst sollte man die Raupen vorsichtig mit einer Pinzette absammeln. Das ist mühsam, aber auf Dauer effektiv.
Achtung: Die Raupen sind schnelle Flüchter und verkriechen sich bei Erschütterung tief im Inneren der Pflanze. Größere, stabile Pflanzen können vorsichtig mit einem Hochdruckreiniger abgespritzt werden. Breiten Sie vorher eine Folie unter der Pflanze aus, damit Sie die abgefallenen Raupen schnell einsammeln können.

Die chemische Keule

Eine gute Wirkung gegen die Raupen zeigt das Präparat Schädlingsfrei Calypso von Bayer Garten, ebenfalls wirksam ist Schädlingsfrei Careo von Celaflor. Beide Insektizide müssen gründlich und mit hohem Druck ausgebracht werden, damit die Wirkstoffe bis in das Kroneninnere der Buchsbäume vordringen. Verwenden Sie daher keine anwendungsfertigen Lösungen, sondern ein Konzentrat. Es wird mit der erforderlichen Menge Wasser verdünnt und anschließend mit einer Rückenspritze bei größtmöglichem Druck in und auf den Pflanzen verteilt. Tipp: Ein Tropfen Spülmittel in der Lösung setzt die Oberflächenspannung des Wassers herab und verbessert die Benetzung der kleinen, glatten Buchsbaumblätter. In der Regel sind zwei bis drei Spritzungen im Abstand von je einer Woche bis zehn Tagen erforderlich, um eine Raupengeneration zu beseitigen. Ist Ihr Buchsbaum bereits stark befallen, sollten Sie auf eine Spritzung verzichten und die Pflanze umgehend kräftig zurückschneiden. Meist treibt sie daraufhin wieder neu aus.

Wichtig: Das Schnittgut sollten Sie vollständig verbrennen oder gut verschlossen mit dem Hausmüll entsorgen.